Ausstellung – Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien

Des exil.arte Zentrum erweitert seine Ausstellung

„Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien”
mit weiteren Nachlässen von Theo Buchwald, Robert Freistadtl, Wilhelm Grosz, André Singer, Jan Urban, Hans Winterberg

und mit einer  
Spezialausstellung zu den Gedenkjahren 1918, 1933, 1938

„Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte“
(Karl Kraus, 1933)

Eintritt frei!

exil.arte

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Lothringerstraße 18 / A0116 1030 Wien

Öffnungszeiten 2019

03. 09. – 27.09.
Dienstag – Freitag 12:00 – 16:00 Uhr

01.10. – 20.12.
Dienstag – Samstag
15:00 – 19:00 Uhr

An Feiertagen geschlossen!

Öffnungszeiten 2020

07.01. – 30.06.
Dienstag – Samstag von 15:00 – 19:00 Uhr

02.07. – 31.07.
Dienstag – Freitag von 12:00 – 16:00 Uhr
Im August geschlossen!

01.09. – 30.09.
Dienstag – Freitag von 12:00 – 16:00 Uhr

01.10. – 18.12.
Dienstag – Samstag von 15:00 – 19:00 Uhr
An Feiertagen geschlossen!

Das exil.arte Zentrum

Andere wiederum hatten keine Chance aufgrund der historischen und menschlichen Katastrophe ein Studium an der mdw zu beginnen.

Das exil.arte Zentrum der mdw befindet sich genau an jener Stelle, wo ab 1913/14 hervorragende KünstlerInnen sowohl als Lehrende sowie Studierende tätig waren. Viele von ihnen mussten 1933 bzw. 1938 Europa verlassen und flohen vor dem Terror der Nationalsozialisten. Einige von ihnen konnten ihre Karriere fortsetzen, andere hatten die Grundlage ihres Schaffens verloren. Andere wiederum hatten keine Chance aufgrund der historischen und menschlichen Katastrophe ein Studium an der mdw zu beginnen. Den unterschiedlichen Lebensschicksalen ist diese erste Ausstellung des exil.arte Zentrum der mdw gewidmet.

Georg Tintner

Er war der erste jüdische Sängerknabe, studierte an der mdw, war Farmer in Neuseeland und wurde zu einem der besten Bruckner-Dirigenten, mit einem Provinzorchester, welches bis heute kaum bekannt ist.

Herbert Zipper

Er studierte an der mdw, konnte Dachau und Buchenwald entkommen, übernahm das Manila Symphonieorchester und das Brooklyn Symphonieorchester, unterhielt pädagogische Konzepte in Südostasien bis zu seinem Tod, war Leiter von Projekten an der UCLA.

Alma Rose

Sie studierte an der mdw, trat gemeinsam mit ihrem Vater auf, dem Primgeiger eines der besten Quartette und Konzertmeister der Philharmoniker, nach der Entlassung des Vaters flüchtete sie mit ihm nach England, aus Geldmangel musste sie auf den Kontinent zurück, wo sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde, wo sie das „Mädchenorchester“ leitete.

Walter Arlen

Er wurde als Jude vom Gymnasium ausgeschlossen, musste nach einem Jahr fliehen und konnte daher nicht an der mdw studieren, er wurde Musikkritiker der LA Times, gründete und leitete ein Musikdepartment in LA, seine Kompositionen sind erst seit 8 Jahren bekannt, 6 CD wurden bislang aufgenommen, lebt als aufstrebender Komponist mit fast 97 Jahren in LA.

Robert Fürstenthal

Er musste Wien und seine Jugendliebe verlassen, um sich vor den Nazis zu retten, konnte nie eine Ausbildung an der mdw oder andernorts absolvieren, traf seine Jugendliebe nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder, welche ihn zum Komponieren animierte.

Erich Wolfgang Korngold

Er war ein Wunderkind, war als Opernkomponist in ganz Europa ein Begriff, lehrte an der mdw, musste die Kriegszeit als Filmkomponist unfreiwillig in Hollywood ausharren, nach dem Krieg hatte man für seine opulente Musik keine Verwendung mehr, man meinte sogar, dass seine Musik wie Filmmusik klinge, aber in Wirklichkeit war es genau umgekehrt.

Nur einige von über 50 Schicksalen, die bei der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien“ angesprochen werden …