Die Jubiläumsausstellung präsentiert erstmals ein Panorama der im Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien betreuten Nachlässe und gewährt einen Einblick über Leben, Werk und Wirkung verfemter Komponist:innen. Zugleich werden deren Schaffen im historischen Kontext sowie ihre Bedeutung für die heutige Forschung und Erinnerungskultur sichtbar gemacht.
Im Exilarte Zentrum werden die Nachlässe zahlreicher Musiker:innen bewahrt, erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, deren Lebenswege durch Verfolgung, Vertreibung, Exil oder Ermordung während des Nationalsozialismus geprägt wurden. Die Sammlung umfasst Komponist:innen, Interpret:innen, Dirigent:innen, Musiktheoretiker:innen sowie Tänzer:innen und Theatermacher:innen, deren künstlerische Karrieren gewaltsam unterbrochen oder ins Exil gedrängt wurden. Viele von ihnen prägten nach ihrer Flucht die Musiklandschaften ihrer neuen Gastländer maßgeblich, während andere nach 1945 in Vergessenheit gerieten und erst heute durch die Arbeit von Exilarte wiederentdeckt werden.
Die Biografien zeichnen ein vielschichtiges Panorama europäischer Musikgeschichte im Exil: von in Wien ausgebildeten Komponist:innen, die in Hollywood die Filmmusik revolutionierten, über Dirigent:innen, die in Übersee neue Orchester gründeten, bis hin zu Musikpädagog:innen, Musiktheoretiker:innen und Interpret:innen, die in Großbritannien, den USA, Lateinamerika, Israel, Australien oder Asien das kulturelle Leben nachhaltig beeinflussten. Zugleich stehen viele dieser Lebensgeschichten für den unwiederbringlichen Verlust künstlerischer Potenziale durch Entrechtung, Internierung, materielle Not oder Ermordung in den Konzentrationslagern.
Die im Exilarte Zentrum betreuten Nachlässe dokumentieren daher nicht nur individuelle Künstlerbiografien, sondern eröffnen auch einen umfassenden Blick auf die globalen Folgen von Vertreibung und Verfolgung für die Musik des 20. Jahrhunderts. Sie machen sichtbar, wie europäische Musiktraditionen im Exil transformiert wurden und welche kulturellen Impulse aus der Erfahrung von Verlust und Neuanfang hervorgingen. Gleichzeitig verweisen sie auf die lange Phase des Verschweigens nach 1945, in der viele dieser Werke und Namen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden.
Die Jubiläumsausstellung knüpft an dieses einzigartige biografische Archiv an. Anhand ausgewählter Lebenswege macht sie die Vielfalt, Tragweite und Aktualität des Exil-Erbes erfahrbar und verbindet persönliche Schicksale mit musik- und zeitgeschichtlichen Kontexten. Damit leistet sie einen zentralen Beitrag zur Erinnerungskultur, zur historischen Verantwortung und zur nachhaltigen Sichtbarmachung verdrängter Kunst- und Kulturgeschichte.
Die Laufzeit der Ausstellung ist von 16.04. – 20.12.2026
Öffnungszeiten sind:
Mittwoch – Freitag: 15:00 – 19:00 Uhr
Samstag: 13:00 – 17:00 Uhr
An Feiertagen geschlossen.
Eintritt frei!





