Turn bei Teplitz-Schönau, 1881 – 1959, London
Arthur Willner war ein in Österreich geborener Komponist, Pianist und Pädagoge, dessen Lebensweg durch das Exil infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme geprägt wurde. Geboren in Böhmen, damals Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie, studierte er in Leipzig und München bei führenden Persönlichkeiten seiner Zeit, darunter Carl Reinecke und Ludwig Thuille. Von 1902 bis 1924 wirkte er als Kompositionslehrer am Stern’schen Konservatorium in Berlin, wo zu seinen Schülern unter anderem Claudio Arrau, Otto Klemperer, Edgar Varèse und Kurt Weill zählten. Anschließend war er in Wien als Lehrer, Herausgeber und Komponist tätig.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs im Jahr 1938 floh Willner zunächst nach Frankreich und später nach England, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Im Exil setzte er seine kompositorische Arbeit fort und war zudem als Herausgeber und Arrangeur tätig, unter anderem für den Verlag Boosey & Hawkes. Sein Œuvre umfasst Symphonien, Konzerte, Kammermusik, Lieder sowie Orchesterbearbeitungen und verbindet spätromantische Ausdrucksformen mit einer klaren formalen Anlage. Trotz der zeitgenössischen Anerkennung seiner frühmodernen Tonsprache geriet ein Großteil seines Werkes nach seinem Tod in Vergessenheit – ein Umstand, der heute zunehmend als ungerechtfertigt erkannt wird, da seine Musik auch für heutige Konzertprogramme großes künstlerisches Potenzial besitzt.





