Hanuš (Hans) Winterberg

Prag, 1901 – 1991, Stepperg / Oberbayern

Winterberg stammte aus einer alt-jüdischen Prager Familie. Er studierte bei Alexander Zemlinsky und Alois Hába. 1944 wurde er gezwungen, sich von seiner nicht-jüdischen Frau scheiden zu lassen. Bevor er aber nach Theresienstadt deportiert wurde, übergab er ihr all seine musikalischen Manuskripte. Bei seiner Befreiung im Mai 1945, fand er heraus, dass seine Frau und seine Tochter als Tschechisch-Deutsche gemäß den Beneš-Dekreten nach Deutschland deportiert worden waren. Sobald er seine Tschechische Staatsbürgerschaft zurückerlangt hatte, reiste er nach Deutschland zu seiner Frau, um seine Manuskripte zu holen und danach wieder nach Prag zurückzukehren. Er blieb jedoch in Deutschland, da genau zu dieser Zeit die Stalinisten mit einem Staatsstreich der Demokratie in der Tschechoslowakei ein Ende setzten.

Der Bayrische Rundfunk hat über 20 Stunden Orchesterwerke von Winterberg aufgenommen.