Wien, 1930 – 2024, London

Michael Graubart war ein in Österreich geborener britischer Komponist, Dirigent und Hochschullehrer. Er entstammte einer jüdischen Familie und emigrierte 1938 infolge des „Anschlusses“ mit seinen Angehörigen nach Großbritannien. Nach dem Studium der Physik an der Universität Manchester, das er 1952 abschloss, war Graubart zunächst in der Elektronik und im Unterrichtswesen tätig, während er zugleich Komposition bei Mátyás Seiber, Flöte bei Geoffrey Gilbert und Dirigieren bei Lawrence Leonard studierte. Sein musikalisches Wirken konzentrierte sich vor allem auf London und Manchester, wo er sich sowohl der zeitgenössischen Musik als auch der historischen Aufführungspraxis intensiv widmete.
Von 1969 bis 1991 wirkte Graubart als „Director of Music“ am Morley College in London, dessen Profil er maßgeblich durch die Förderung der Musik des 20. Jahrhunderts, durch Uraufführungen zeitgenössischer Werke sowie durch die Leitung von Ensembles wie der Focus Opera Group prägte. Später lehrte er am Royal Northern College of Music, wo er das Ensemble für Neue Musik Akanthos leitete. Als Komponist hinterließ Graubart ein quantitativ überschaubares, jedoch hochgeschätztes Œuvre, das häufig von der Wiener Schule und seriellen Techniken geprägt ist und Orchester- wie auch Kammermusik umfasst.





