Richard Fuchs

Karlsruhe, 1887-1947, Wellington, Neuseeland

Fuchs wurde sowohl als Architekt als auch als Musiker ausgebildet. Obwohl er als Architekt sehr erfolgreich war, sind nur mehr wenige Gebäude von ihm erhalten; seine Synagoge in Gernsbach wurde während der „Kristallnacht“-Pogrome im November 1938 zerstört. Infolge der Machtergreifung Hitlers 1933 durfte er nicht mehr als Architekt tätig sein, konnte aber durch sein Engagement für den Jüdischen Kulturbund als Komponist seine Vorstellung von „deutscher Musik“ umsetzen, und zwar ungeachtet der von den Machthabern vorgegebenen Prämisse dessen, was „deutsch“ und „rein“ zu sein habe. Sein großangelegtes Oratorium „Vom jüdischen Schicksal“, nach einem Text von Karl Wolfskehl, war der Versuch einer dialektischen Symbiose eines genuin jüdischen Textes mit einer genuin deutschen Musik, deren Aufführung die Nazis niemals zugestimmt hätten. Ende 1938 wurde Fuchs dank eines Visums für Neuseeland aus Dachau entlassen. In Wellington angekommen, wurde er jedoch aufgrund des Kriegsausbruchs als „feindlicher Ausländer“ inhaftiert – nach der Verfolgung als Jude in Deutschland nun also die Verfolgung als Deutscher in Neuseeland. Nach seiner Freilassung versuchte sich Fuchs mit seiner neuen Umgebung zu versöhnen und schrieb von der dortigen Landschaft inspirierte Werke.   

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website Richard Fuchs Archive Trust.