Walter Bricht

Wien, 1904 – 1970, New York

Walter Bricht wurde als Sohn des Musikkritikers der Volkszeitung Balduin Bricht und der angesehenen Sängerin und ehemaligen Wunderkind-Pianistin Agnes Pyllemann Bricht geboren. An der Wiener Musikakademie wurde er als Lieblingsschüler des Komponisten Franz Schmidt bekannt. Seine Werke fanden breite Anerkennung. Seine Orchesterwerke wurden vom NS-Dirigenten Leopold Reichwein verfochten. Erst mit Hitlers Einmarsch in Wien bekam Bricht die Konsequenzen, drei jüdische Großeltern zu haben, zu spüren, was nach nationalsozialistischem Rassengesetz bedeutete, dass er trotz der Bekehrung seiner Eltern und Großeltern vollständig jüdisch war. Mit vielen prominenten Österreichern, die Bricht unterstützten, bot sich ihm die Möglichkeit, ein „Ehrenarier“ zu werden. Stattdessen beschloss er, das Land zu verlassen und mit seiner Frau Ella in die USA auszuwandern. Er kehrte 1944 nach NY zurück, wo Bricht weiterhin privat unterrichtete. Im Jahr 1963 fing er auch wieder an zu komponieren, was er seit seiner Abreise aus Wien nicht mehr getan hatte. Bis zum Exil war Bricht ein produktiver Komponist und erreichte mit 34 Jahren eine beachtliche Anerkennung. Kammer- und Klavierwerke wurden von den bedeutendsten Solisten und Ensembles in Wien aufgeführt.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website www.walterbricht.com.