Wilhelm Grosz

Wien, 1894-1939, New York City

Grosz studierte an der mdw bei Franz Schreker von 1913 bis 1919 sowie Musikwissenschaft an der Universität Wien bei Guido Adler. Sein Interesse an Popularmusik setzte im Jahr 1922 mit seiner Jazzband-Sonate für Violine und Klavier ein, 1928 gefolgt von seinem Jazzballett Baby in der Bar, beruhend auf einer Vorlage von Béla Balázs, Bartóks Librettisten. Seine einaktige Oper Sganarell wurde in Wien uraufgeführt. Von Julius Korngold wurde Grosz bereits 1918 gewürdigt, als er ihn als möglichen Nachfolger von Gustav Mahler ortete. Grosz hatte hingegen andere Pläne und begann eine Karriere als Schallplattenproduzent, Arrangeur und Dirigent beim Label Ultraphon in Berlin. 1934 emigrierte er nach London und komponierte Schlager für die Musikverlage der Londoner „Tin Pan Alley“ wie Red Sails in the Sunset, Harbour Lights und Isle of Capri nach Texten von Jimmy Kennedy. Auf Ratschlag von Erich Wolfgang Korngold ging er 1939 schließlich nach New York, um die Musik für den Hollywoodfilm Along the Santa Fé Trail zu komponieren. Grosz starb jedoch an einem Herzinfarkt, und Max Steiner vollendete seine Partitur.