Anlässlich des Exilarte Jubiläumsjahres 2026 findet in Kooperation mit dem Center for Jewish History, dem YIVO Institute for Jewish Research und dem Leo Baeck Institut sowie dem Austrian Cultural Forum New York ein Konzert mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und Pianisten David Hausknecht mit Werken von Gustav Mahler, Erwin Schulhoff und Walter Bricht statt. Das Konzert wird unterstützt von Alumni Relations – Büro der Rektorin der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Begrüßungsworte von Rektorin Ulrike Sych und Michael Leavitt.
Gustav Mahler Klavierquartett in a-Moll (1876) I. Nicht zu schnell
Erwin Schulhoff Streichquartett Nr. 2 (1925)
Walter Bricht Klavierkonzert Nr. 2 in a-Moll, Op. 17 (1929) — Bearbeitung für Klavierquintett (1952) I. Allegro molto moderato II. Allegretto con moto III. Introduktion, Thema und Variationen
Moderation:
Gerold Gruber, Gründer von exil.arte und Leiter des Exilarte Center der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Interpreten:
Lucas Stratmann, Violine (Wiener Philharmoniker) Martin Klimek, Violine (Wiener Philharmoniker) Robert Bauerstatter, Viola (Wiener Philharmoniker) Stefan Gartmayer, Violoncello (Wiener Philharmoniker) David Hausknecht, Klavier (mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien / Exilarte Center)
Die Publikation über das Werk und das Leben des jüdischen Komponisten „Richard Fuchs – A Composer’s Search for Identity“ ist jetzt im Böhlau Verlag erschienen!
Autor: Valentina Strobl Herausgeber: Gerold Gruber Verlag:Böhlau Verlag Wien 176 S. / Sprache: Englisch Böhlau Verlag Wien, 1. Auflage 2025
Richard Fuchs: Eine musikalische Auseinandersetzung zwischen Heimat, Exil und Identität
Richard Fuchs (1887–1947) zählt zu den deutsch-jüdischen Komponisten, deren Werk im Spannungsfeld von Exil, Heimatverlust und kultureller Ausgrenzung entstand. Nach seiner Emigration nach Neuseeland versuchte Fuchs, der zuvor in Deutschland als Architekt und Musiker tätig war, seine kompositorische Stimme unter neuen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen weiterzuentwickeln – innerlich blieb er jedoch stets tief verwurzelt in seiner Heimat. Auf Basis umfangreicher Quellenanalysen werden die „drei Leben“ des Komponisten – als Deutscher, Jude und Emigrant – nachgezeichnet. Diese Auseinandersetzung zeigt, wie Fuchs durch seine Musik auf politische und soziale Marginalisierung reagierte und in kompositorischen Prozessen Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung reflektierte.
Der Nachlass umfasst Fuchs Kompositionen in Form von autographen Manuskripten sowie eine große Sammlung von persönlichen Dokumenten und Fotografien.
Alma Rosé stammte aus einer bekannten österreichischen Musiker*innenfamilie und erlangte als Geigerin Bekanntheit. Ihre Karriere wurde 1938 durch den „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische deutsche Reich abrupt beendet. Als Dirigentin des Frauenorchesters im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau konnte sie das Leben zahlreicher Musikerinnen retten, bevor sie selbst 1944 in Auschwitz zu Tode kam.
In Erinnerung an das Leben und Wirken Alma Rosés (Wien 1906 / Auschwitz 1944) spielen Studierende und Dozenten des Alma Rosé Institut für Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikpädagogik der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Werke von Hans Gál, Gideon Klein, Erwin Schulhoff u.a.
Dienstag, 27. Jänner 2026 um 19:00 Uhr
Palais Ehrbar – Kleiner Ehrbar Saal Mühlgasse 30 1040 Wien
Das Wiener Quartett besteht in der heutigen Konstellation seit Herbst 2022. Neben Werken von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann und Antonin Dvorak, umfasst das junge Ensemble ein Repertoire an Stücken verfolgter KomponistInnen in der NS-Zeit, sowie zeitgenössischer Musik, unter anderem Werke von Hans Gál, Szymon Laks, Henriëtte Bosmans und Viktor Ullmann. Inspiriert von der kammermusikalischen Tätigkeit Alma Rosés möchte das junge Ensemble an die Geigerin erinnern. Alma Rosé ist dem Quartett Inspiration und Vorbild – als großartige Musikerin und als mutige und willensstarke Frau. Die Musik ihrer Zeit begeistert und berührt gleichzeitig auf besondere Weise. Diese Gefühle möchten die Musiker:innen mit ihrem Publikum teilen.
Noema Quartett
Das Noema Quartett wurde im Sommer 2025 gegründet. Ein Schwerpunkt des Ensembles liegt auf der Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere auf Werken vertriebener und vergessener Komponist:innen. Daneben widmet sich das Quartett dem klassischen Repertoire auf historischen Instrumenten. Auftritte führten das Ensemble unter anderem in das „Haus der Geschichte“, Museum in Wien.
Gideon Klein Trio Wien
Das Gideon Klein Trio Wien (Streichtrio) beschäftigt sich musikalisch als Schwerpunkt mit „Entarteter Musik“ und spielte bereits beim Festakt zur offiziellen Benennung der Alma-Rosé-Stiege in Salzburg sowie beim Konzert „In Erinnerung an Alma Rosé“ im Haus der Geschichte Österreich – Museum Wien. Alle drei Musikerinnen studieren am Alma Rosé Institut der Universität für Musik und der Wisscenschaft Wien – mdw.
Moderation:
David Frühwirth (Institutsleiter, Alma Rosé Institut für Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikpädagogik der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
Zum 20-jährigen Jubiläum des Vereins exil.arte und zum 10-jährigen Jubiläum des Exilarte Forschungszentrums der mdw würdigt dieses Konzert die Stimmen jener Komponistinnen und Komponisten, Interpretinnen und Interpreten, Musikforscherinnen und Musikforschern sowie Theaterkünstlerinnen und Theaterkünstlern, die im Dritten Reich als „entartet“ galten und deren Werke vielfach in Vergessenheit geraten sind. Das Exilarte Zentrum fungiert seit zwei Jahrzehnten als Anlauf- und Schnittstelle für die Rezeption, Erforschung, Bewahrung und Präsentation dieses bedeutenden kulturellen Erbes.
Im Zentrum des Abends stehen Werke von Exilkomponist:innen; Lesungen von Cornelius Obonya sowie solistische und kammermusikalische Beiträge mit Exilarte langjährig verbundenen Künstler:innen. Als zeitgenössische Reflexion über das Thema Unsichtbarkeit und Verstummung der Exilkünstler:innen erklingt die Uraufführung der Komposition INVISIBLE von Yury Revich.
Freitag, 13. März 2026 um 19:30 Uhr
Musikverein Gläserner Saal / Magna Auditorium Musikvereinsplatz 1 1010 Wien
Die Sopranistin Shira Karmon und der Pianist Paul Gulda präsentierten Lieder aus ihrem gemeinsamen Album „Spirit of Hope“ (Gramola, 2021) sowie weitere Werke von im Exil entstandenen Kompositionen aus dem Exilarte-Archiv. Auf dem Programm standen Lieder von Julius Bürger, Wilhelm Grosz, Szymon Laks, Viktor Ullmann und Kurt Weill.
Die israelische Sopranistin gastierte u. a. an der Komischen Oper Berlin, an der Opéra national du Rhin, bei den Schwetzinger Festspielen, Wien Modern und im Concertgebouw Amsterdam. Neben klassischem Repertoire widmet sie sich intensiv jüdischer Musik und tritt international mit Programmen über Exil und Erinnerung auf. Ihre Alben „Spirit of Hope“, „Little Cakewalk“ und „Bei mir bistu sheyn“ (Gramola) wurden vielfach ausgezeichnet. Karmon ist Preisträgerin des Wettbewerbs „Lied des 20. und 21. Jahrhunderts“ des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft.
Der Wiener Pianist, Komponist und Pädagoge Paul Gulda tritt seit den 1980er Jahren international als Solist, Kammermusiker und Improvisator auf. Er arbeitete mit Künstlern wie Zubin Mehta, Yehudi Menuhin, Martha Argerich und dem Hagen Quartett zusammen. Neben klassischem Repertoire widmet er sich Projekten zu kulturellem Dialog und jüdischer Musiktradition. Zahlreiche CD-Aufnahmen, zuletzt „Spirit of Hope“ (Gramola, 2021) und „Arpeggione“ (cpo, 2022). Gulda unterrichtet an der Friedrich Gulda School of Music Wien.
Donnerstag, 18. Dezember 2025 um 19:00 Uhr
Palais Ehrbar – Kleiner Ehrbar Saal Mühlgasse 30 1040 Wien
Interpret:innen:
Shira Karmon, Sopran | Paul Gulda, Klavier
Programm:
Lieder von Julius Bürger, Wilhelm Grosz, Szymon Laks, Viktor Ullmann und Kurt Weill
The Shoah Songbook ist ein fortlaufendes Projekt des Likht Ensemble, das Musik aus den Ghettos des Zweiten Weltkriegs erforscht und zur Aufführung bringt. Die Werke kreisen um Themen wie Frühling, Träume, Sehnsucht und Widerstand und verbinden lyrische Schönheit mit feiner Ironie und tief bewegender Wahrheit. Das Programm wird durch wissenschaftliche Vorträge von Spencer Kryzenowski und Jaclyn Grossman über Vokalmusik aus den Nachlässen des Exilarte Zentrums sowie über das Wirken von Exilkomponist:innen in Kanada ergänzt.
Das Projekt wird durch den Canada Council for the Arts unterstützt.
Mittwoch, 25. März 2026 um 19:00 Uhr
Palais Ehrbar – Kleiner Ehrbar Saal Mühlgasse 30 1040 Wien
Musikalische Werke aus dem Archiv des Exilarte Zentrums: Walter Arlen, Wilhelm Grosz, Erich Zeisl, Hans Winterberg, Walter Bricht sowie Werke von Julius Schloss
Das Symposium Die Wiener Ballsaison 1938 an der Schnittstelle von Hoffnung und Verzweiflung, Flucht und Exil am 29. Oktober 2025 widmete sich der kulturellen und politischen Bedeutung der Ballsaison kurz vor dem „Anschluss“ Österreichs. Ausgangspunkt ist eine wiederentdeckte Ballspende des Speditionsunternehmens Caro & Jellinek vom 12. März 1938.
In Kooperation mit dem Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien untersuchte das Projekt, wie Musik und Tanz an der Schnittstelle von Ständestaat, NS-Zeit und Exil als Ausdruck von Identität, Widerstand und Abschied fungierten. Wissenschaftliche Vorträge, ein Seminar und eine szenische Lesung beleuchteten u. a. das Leben des Komponisten Leonhard Märker und die Rolle der Musik in Exil und Internierung. Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Emily Marker, Mélina Burlaud, Marie-Theres Arnbom, Dietmar Friesenegger und Gerold Gruber und künstlerischen von Romana Amerling, Clemens Seewald und Ulrike Anton verband das Symposium Forschung, Lehre und künstlerische Praxis zu einer innovativen Form der Erinnerungskultur.
Zum Abschluss fand eine szenische Lesung statt, in der die Musik besagter Ballnacht erklang.
Im Frühjahr 2025 erschien im Verlag Hollitzer das Buch „Über Musik“ – eine faszinierende Sammlung von Texten von und über Philip Herschkowitz, den bedeutenden Zwölftöner und Schüler Anton Weberns.
Zum Erscheinen dieses besonderen Werkes laden wir Sie herzlich zu einem Konzert ein, das wir als „Erscheinungsfest“ feiern möchten. Die beiden Herausgeber:innen Elisabeth Leonskaja und Alexei Lubimov, selbst einst Schüler Herschkowitz’, bringen an diesem Abend die Musik jener Komponisten zu Gehör, die Herschkowitz als prägend für sein eigenes Schaffen betrachtete: Mozart, Beethoven – und natürlich Schönberg.
Außerdem präsentiert eine junge Generation von Interpret:innen – Alexei Grots, Lisa Bormotova, Constantin Siepermann sowie das Ineo-Quartett – Werke von Philip Herschkowitz selbst und lassen so seinen musikalischen Geist lebendig werden.
Erleben Sie am 9. September 2025 um 19:00 Uhr im Ehrbar-Saal, Mühlgasse 30, 1040 Wien ein einzigartiges Programm mit außergewöhnlichen Werken.
Im Anschluss haben Sie die Gelegenheit, das Buch „Über Musik“ zu erwerben (Preis: 48 Euro).
Wir freuen uns sehr darauf, Sie an diesem besonderen Abend willkommen zu heißen – es ist uns eine große Ehre!
im Namen aller Beteiligten: Prof. Gerold Gruber Dr. Michael Hüttler Heidemarie T. Ambros
Am Samstag, den 4. Oktober 2025, fand erneut österreichweit die „ORF Lange Nacht der Museen“ statt. Auch das Exilarte Zentrum der mdw war wieder mit dabei. In diesem Jahr erwartete die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten sowie Führungen durch die Sonderausstellung „Erich Zeisl – Wiens verlorener Sohn in der Fremde“ und durch die Dauerausstellungen des Zentrums.
SONDERVERANSTALTUNGEN im Rahmen der ORF Lange Nacht der Museen
1) „Bernhard Klein – Ein Wiener Zithervirtuose im Schatten des Vergessens“ | Vortrag von Michael Haider (Historiker, BMEIA) | Monika Kutter (Zither) (Beginn: 18:15 Uhr)
Eröffnung durch: Dr. Gerold Gruber, Leiter des Exilarte Zentrum der mdw
Der Historiker Dr. Michael Haider (BMEIA) beleuchtete in seinem Vortrag das bewegte Leben und Schaffen des nahezu vergessenen Wiener Musikers Bernhard Klein (1861–1941). Als gefeierter Zithervirtuose, Komponist und Musikpädagoge prägte Klein das Musikleben der Jahrhundertwende, bevor er durch Verfolgung, Isolation und seine Deportation nach Riga im Jahr 1941 aus dem kulturellen Gedächtnis fast verschwand.
Musikalische Umrahmung von Dr. Monika Kutter mit Zithermusik von Bernhard Klein.
2) Kammermusikabend in Kooperation mit Initiative „Missing Voices“ – Hans Gál, Walter Bricht und Henriette Bosmans (Beginn: 20:00 Uhr)
Die Initiative Missing Voices widmet sich wie das Exilarte Zentrum der mdw der Wiederentdeckung und Sichtbarmachung von Komponist:innen, deren Karrieren und Leben durch Nationalsozialismus, Exil und Diskriminierung unterbrochen oder ausgelöscht wurden. Auf Einladung vom Exilarte Zentrum der mdw interpretierten Sarah Bayens(Violine) und Dimitri Malignan(Klavier) Werke von Henriette Bosmans, Hans Gál und Walter Bricht.
3) „Lieder und Klaviermusik“ – eine Hommage an Georg Tintner (Beginn: 22:00 Uhr)
Aleksandra Bobrowska(Klavier) und Danae Eleni(Sopran) präsentierten ein fein kuratiertes Programm, das Lieder und Klavierwerke von Georg Tintner in den Mittelpunkt stellt. Neben seinen poetischen Vertonungen – etwa nach Texten von Rilke, Storm und Hesse – erklingen Werke von Chopin, Debussy und Audric de Oliveira, die den expressiven Bogen zwischen Romantik, Impressionismus und Moderne spannen werden. Die Witwe des Komponisten Tanya Tintner war bei dem Konzert anwesend.
4) Blitzführungen durch die Ausstellung mit der Kuratorin Dr. Karin Wagner (19:30 und 21:30 Uhr)
Erich Zeisl (1905–1959) zählt zu jenen vertriebenen Wiener Komponist:innen, deren Werke durch die Errungenschaften der Exilmusikforschung wieder in das gegenwärtige musikalische Bewusstsein gelangten und Eingang in den aktuellen Kanon der Literatur fanden. 1905 in der Leopoldstadt geboren, war Zeisl als hochbegabter Jugendlicher 1920/21 an der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien (heute mdw) eingeschrieben. Dem Exilarte Zentrum ist es daher ein wichtiges Anliegen, diesen so intensiv mit Wien verbundenen und in Los Angeles verstorbenen Komponisten über eine Ausstellung zu würdigen. Seinem Schicksal in Österreich setzte Zeisl mit dem Lied „Komm süßer Tod“ eine Signatur: Komponiert im Jänner 1938 und gerade noch uraufgeführt im Wiener Ehrbarsaal im Februar des Jahres, beendete es als letztes Lied in deutscher Sprache eine aufblühende Karriere – zerschlagen durch das Erstarken des Nationalsozialismus und den unmittelbar folgenden „Anschluss“ im März 1938. Genau dieses Bild des Aufeinanderprallens der Welten – Zeisls Herkunft, das Café Tegetthoff, wurde alsbald „arisiert“, Zeisl selber rettete sich unter dramatischen Umständen nach dem Novemberpogrom 1938 nach Paris – markiert den Eintritt in eine Ausstellung, die den Bruch des Exils in ein „davor“ und „danach“ greifbar machen will. Zeisls Musik und sein Lebensweg, der Freundeskreis und die Kolleg:innenschaft, sein Selbstverständnis in der Öffentlichkeit und die Rezeption stellten sich in diesem „davor“ und „danach“ grundsätzlich verschieden dar. Diesen Momenten einer Exilbiographie geht die Ausstellung nach, die Erzähllinie folgt den Exilorten Paris, New York und Los Angeles. In der Fremde veränderte sich sein Stil in Richtung „jüdischer Kunstmusik“, die auch in der Ausstellung thematisiert wird. Barbara Zeisl-Schoenberg, die Tochter Zeisls, und Randy Schoenberg, sein Enkel, haben dem Archiv des Exilarte Zentrum der mdw die gesamte Korrespondenz (über 5.000 Briefe) sowie den musikalischen Nachlass übergeben.
Ein Konzertabend, der dem kammermusikalischen Werk des Komponisten Hans Winterberg (1901–1991) gewidmet war. Unter dem Titel „Echo des Unerhörten“ wurde eine Auswahl seiner Werke von Studierenden der mdw interpretiert.
Winterberg, in Prag geboren, wurde in seiner künstlerischen Laufbahn durch Verfolgung, Deportation und Exil stark beeinträchtigt. Als jüdischer Komponist überlebte er Theresienstadt und emigrierte 1947 nach Deutschland, wo er sich unter schwierigen Umständen erneut als Musiker etablieren musste. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod beginnt eine Wiederentdeckung seines Werks – initiiert durch seinen Enkel Peter Kreitmeir und unterstützt vom Exilarte Zentrum der mdw in Zusammenarbeit mit dem Musikverlag Boosey & Hawkes.
Katja Kaiser, Archivarin am Exilarte Zentrum, kuratierte das Programm und führte durch den Abend.
Für besondere Verdienste wurde der Enkel von Hans Winterberg Peter Kreitmeir vom Team des Exilarte Zentrum der mdw gewürdigt!
Mittwoch, 15. Oktober 2025 um 19:00 Uhr
Palais Ehrbar – Kleiner Ehrbar Saal Mühlgasse 30 1040 Wien
Interpret:innen:
Arabella Fenyves, Sopran | Cuore Piano Trio | Eric Ziegelbauer, Trompete
Programm:
Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1950) Suite für Trompete und Klavier (1945) Suite für Trompete und Klavier (1944) Sudetensuite für Violine, Violoncello und Klavier (1963/64) „Dort und Hier“ für Sopran, Violine, Violoncello und Klavier (1937)