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Die Publikation über das Werk und das Leben des jüdischen Komponisten „Wilhelm Grosz– An Unsung Protagonist of Viennese Modernism“

Die Publikation über das Werk und das Leben des jüdischen Komponisten „Wilhelm Grosz – An Unsung Protagonist of Viennese Modernism“ ist jetzt im Böhlau Verlag erschienen!

Autor: Katharina Gross
Herausgeber: Gerold Gruber
Verlag: Böhlau Verlag Wien
160 S. / Sprache: Englisch
Böhlau Verlag Wien, 1. Auflage 2026

Vom Wien der 1920er bis ins Exil – Die vergessene Karriere des Wilhelm Grosz

Wilhelm Grosz (1894–1939), dessen Nachlass sich seit 2018 am Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien befindet, wirkte in den glanzvollen Konzertsälen Wiens, im pulsierenden Berlin der 1920er und im Exil in London und New York. Er bewegte sich zwischen der Moderne der Neuen Sachlichkeit, frühen Jazz-Einflüssen in der Kunstmusik und der populären Musik. Politische Umbrüche zwangen ihn 1933 ins Exil, wo er seine Karriere in der populären Musik fortsetzte und Schlager wie „Isle of Capri“ komponierte. Anhand seiner Briefe an die Universal Edition und Einträgen aus Arthur Schnitzlers Tagebuch zeichnet die Publikation ein lebendiges Bild von Grosz’ künstlerischen Netzwerken, den Debatten der Zeit und der wiederzuentdeckenden Vielfalt seines Schaffens – von seiner ‚ernsten‘ Musik bis zu Welthits im Exil.

Der Nachlass umfasst Grosz Kompositionen in Form von autographen Manuskripten sowie eine große Sammlung von persönlichen Dokumenten und Fotografien.

Die Publikation ist im Böhlau Verlag in englischer Sprache erschienen.

„Fremde Erde“ – Exilarte beim Festival der Verfemten Musik | 12.04. – 29.04.2026 | Wien Neubau

Bereits zum dritten Mal rückt das Festival FREMDE ERDE Musikwerke in den Fokus, die unter dem NS-Regime verboten waren. In Wien-Neubau erwecken vom 12. bis 29. April 2026 mehr als 100 Musiker:innen die Kompositionen von über 20 verfolgten Künstler:innen zu neuem Leben.

Das Musikfestival „Fremde Erde“ ist ein Projekt des Vereins VIVA LA CLASSICA! in Kooperation mit Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI), Neubau erinnert, Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG.Kultur), PEN Austria und Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Über das Programm
Das Festival – Konzerte, Workshops, Vorträge –  ist eine Hommage an das Schaffen und Leben der Komponist:innen, deren Werke unter dem NS-Regime verboten und als „entartete Kunst“ diffamiert wurden – ein Begriff, der damals für sämtliche Kunstformen verwendet wurde, die im Dritten Reich als unerwünscht galten. VIVA LA CLASSICA! lässt die Musik von Walter Arlen, Hanns Eisler, Michael Graubart, Maria Hofer, Friedrich Hollaender, Joseph Horovitz, Vítĕzslava Kaprálová, Fritz Kreisler, Józef Koffler, Erich Wolfgang Korngold, Alexander Kukelka, Felicitas Kukuck, Simon Laks, Hermann Leopoldi, Hilde Loewe-Flatter, Ruth Poritzky, Karol Rathaus, Ruth Schönthal, André Singer, Władysław Szpilman, Alexandre Tansman, Viktor Ullmann, Vally Weigl, Mieczysław Weinberg, Ilse Weber, Kurt Weill, Egon Wellesz, Rosy Wertheim, Hans Winterberg, Erich Zeisl, und vielen weiteren Komponist:innen wieder erklingen. 

Detaillierte Informationen zu den Konzertterminen und Tickets finden Sie hier.

Die Jubiläumsausstellung „Aus dem Schatten ins Licht – Verfemte Komponist:innen und ihr Erbe“ ab 16.04.2026 im Exilarte Zentrum

Die Jubiläumsausstellung präsentiert erstmals ein Panorama der im Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien betreuten Nachlässe und gewährt einen Einblick über Leben, Werk und Wirkung verfemter Komponist:innen. Zugleich werden deren Schaffen im historischen Kontext sowie ihre Bedeutung für die heutige Forschung und Erinnerungskultur sichtbar gemacht.

Im Exilarte Zentrum werden die Nachlässe zahlreicher Musiker:innen bewahrt, erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, deren Lebenswege durch Verfolgung, Vertreibung, Exil oder Ermordung während des Nationalsozialismus geprägt wurden. Die Sammlung umfasst Komponist:innen, Interpret:innen, Dirigent:innen, Musiktheoretiker:innen sowie Tänzer:innen und Theatermacher:innen, deren künstlerische Karrieren gewaltsam unterbrochen oder ins Exil gedrängt wurden. Viele von ihnen prägten nach ihrer Flucht die Musiklandschaften ihrer neuen Gastländer maßgeblich, während andere nach 1945 in Vergessenheit gerieten und erst heute durch die Arbeit von Exilarte wiederentdeckt werden.

Die Biografien zeichnen ein vielschichtiges Panorama europäischer Musikgeschichte im Exil: von in Wien ausgebildeten Komponist:innen, die in Hollywood die Filmmusik revolutionierten, über Dirigent:innen, die in Übersee neue Orchester gründeten, bis hin zu Musikpädagog:innen, Musiktheoretiker:innen und Interpret:innen, die in Großbritannien, den USA, Lateinamerika, Israel, Australien oder Asien das kulturelle Leben nachhaltig beeinflussten. Zugleich stehen viele dieser Lebensgeschichten für den unwiederbringlichen Verlust künstlerischer Potenziale durch Entrechtung, Internierung, materielle Not oder Ermordung in den Konzentrationslagern.

Die im Exilarte Zentrum betreuten Nachlässe dokumentieren daher nicht nur individuelle Künstlerbiografien, sondern eröffnen auch einen umfassenden Blick auf die globalen Folgen von Vertreibung und Verfolgung für die Musik des 20. Jahrhunderts. Sie machen sichtbar, wie europäische Musiktraditionen im Exil transformiert wurden und welche kulturellen Impulse aus der Erfahrung von Verlust und Neuanfang hervorgingen. Gleichzeitig verweisen sie auf die lange Phase des Verschweigens nach 1945, in der viele dieser Werke und Namen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden.

Die Jubiläumsausstellung knüpft an dieses einzigartige biografische Archiv an. Anhand ausgewählter Lebenswege macht sie die Vielfalt, Tragweite und Aktualität des Exil-Erbes erfahrbar und verbindet persönliche Schicksale mit musik- und zeitgeschichtlichen Kontexten. Damit leistet sie einen zentralen Beitrag zur Erinnerungskultur, zur historischen Verantwortung und zur nachhaltigen Sichtbarmachung verdrängter Kunst- und Kulturgeschichte.

Die Laufzeit der Ausstellung ist von 16.04. – 20.12.2026

Öffnungszeiten sind:
Mittwoch – Freitag:  15:00 – 19:00 Uhr
Samstag:  13:00 – 17:00 Uhr

An Feiertagen geschlossen.
Eintritt frei!

„Dear Papa, how is you?“ – Briefe von Erich W. Korngold | Liederabend mit Lesung | 28. Mai 2026

Erich Wolfgang Korngolds Lieder und Briefe erlauben ein Eintauchen in die bewegte Geschichte seiner Zeit und das Leben seiner Familie. Sie befinden sich in großer Zahl in der Österreichischen Nationalbibliothek und werden im Rahmen dieses Musiksalons gesungen bzw. gelesen. Thematischer Schwerpunkt sind die Aufenthalte Korngolds im Salzkammergut: Er war der Region seit früher Jugend sehr verbunden. Viele Werke haben entweder in dieser Gegend ihren Ursprung genommen oder wurden bei seinen Sommeraufenthalten instrumentiert oder zu Ende komponiert. Aufgrund der prekären politischen Lage kehrte Korngold 1938 von Filmaufnahmen in Hollywood nicht nach Österreich zurück. Sein Rückzugsort in Gmunden, Schloss Höselberg, wurde im selben Jahr von der Gestapo beschlagnahmt. Der Verlust seiner Heimat war ein zutiefst schmerzlicher Einschnitt für ihn.

Interpret:innen:

Günter Haumer, Bariton
Josipa Bainac, Mezzosopran 
David Hausknecht, Klavier

Gerold Gruber, Lesung
Lis Malina, Lesung

Donnerstag, 28. Mai 2026 um 19:00 Uhr

Österreichische Nationalbibliothek | Musiksalon
Palais Mollard
Herrengasse 9
1010 Wien

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Orchesterkonzert „Julius Bürger – Ein Wiener Komponist kehrt zurück (Teil II)“ | 09.06.2026 | ORF RadioKulturhaus

Das bewegte Leben und die schillernde Karriere des Wiener Komponisten Julius Bürger (1897 – 1995) spiegeln die musikalischen und gesellschaftlichen Brüche des 20. Jahrhunderts wider. Seine Laufbahn führte ihn in die Nähe zahlreicher prägender Persönlichkeiten der Musikgeschichte, und auch seine Originalkompositionen tragen unverkennbar die Handschrift eines Meisters seines Fachs. Trotz bedeutender Erfolge an führenden Opern- und Rundfunkhäusern weltweit wurde Bürgers künstlerischer Weg durch den Aufstieg des Nationalsozialismus jäh unterbrochen und nachhaltig verändert. Zwar komponierte er auch in den folgenden Jahrzehnten unbeirrt weiter, doch blieb ein großer Teil seines Œuvres lange im Verborgenen – bis diese bedeutenden Werke in seinen letzten Lebensjahren wiederentdeckt wurden.

Die Aufführung seiner Musik knüpft an ein vielbeachtetes Konzert im August 2023 an, bei dem Bürgers ernste Werke im Mittelpunkt standen. Dieses Konzert richtet den Fokus nun auf seine unterhaltenden, brillanten und farbenreichen Kompositionen. Es musiziert das Orchester Divertimento Viennese unter der Leitung von Vinzenz Praxmarer. Als Solisten sind der international gefeierte Bariton Thomas Hampson sowie die Mezzo-Sopranistin Josipa Bainac zu erleben. Auch dieses Konzert setzt ein starkes Zeichen für musikalische Entdeckungen: Sämtliche Werke erklingen als österreichische Premieren, teilweise sogar als Uraufführungen.

Dienstag, 09. Juni 2026 um 19:30 Uhr

ORF RadioKulturhaus/ Großer Sendesaal
Argentinierstraße 30A
1040 Wien

Ticketreservierungen ab 01. April im RadioKulturhaus Kartenbüro (im Eingangsbereich Großer Sendesaal)
Telefon: +43 1 / 501 70-377
E-Mail: radiokulturhaus@orf.at
Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. von 16:00-19:00 Uhr
Sa., So. und feiertags geschlossen
(Bei Veranstaltungen öffnet die Kassa 60 Minuten vor Beginn der Veranstaltung)

Interpret:innen:

Orchester Divertimento Viennese unter der Leitung von Vinzenz Praxmarer
Thomas Hampson, Bariton
Josipa Bainac, Mezzosopran

Echo des Unerhörten – Die Wiener Symphoniker zum 20-jährigen Jubiläum von Exilarte | 23.09.2026 | Wiener Konzerthaus

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von exil.arte und des 10-jährigen Jubiläums des Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien spielen die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Katharina Wincor Werke der Exilarte Notenedition von Wilhelm Grosz und Hans Winterberg. Seit 2006 hat sich aus einer ursprünglich erinnerungskulturellen Initiative ein international anerkanntes Forschungs- und Kulturzentrum entwickelt, das wissenschaftliche Arbeit, Archivpraxis und künstlerische Performance erfolgreich verbindet. Durch Ausstellungen, Publikationen, Aufnahmen, Symposien und Konzerte wurden vertriebene Komponist:innen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Exilarte gilt heute als Modell gelebter Kulturgeschichte durch die Sicherung musikalischer Nachlässe, internationale Kooperationen und Zugänglichkeit seiner Sammlungen. Die Jahre 2006–2026 bilden dabei kein Ende, sondern ein tragfähiges Fundament – ein lebendiges Archiv, das die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts nachhaltig neu perspektiviert.

Wilhelm Grosz
Wien, 1894 – 1939, New York City

Grosz studierte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst (heute mdw) bei Franz Schreker und Musikwissenschaft bei Guido Adler. Früh wandte er sich der Popularmusik zu, etwa mit seiner Jazzband-Sonate (1922) und dem Jazzballett Baby in der Bar (1928). Trotz Julius Korngolds Lob zu dessen Oper Sganarell begann er in Berlin eine Karriere als Produzent, Arrangeur und Dirigent bei Ultraphon. 1934 floh er nach London und schrieb zahlreiche Schlager wie Red Sails in the Sunset. 1939 folgte er dem Rat Erich W. Korngolds nach New York, wo er kurz nach der Ankunft verstarb.

Hans Winterberg
Prag, 1901 – 1991, Stepperg / Oberbayern

Winterberg, aus einer deutschsprachigen jüdischen Prager Familie, studierte bei Finke, Zemlinsky und Hába. Durch die Ehe mit der nicht-jüdischen Pianistin Maria Maschat zunächst geschützt, wurde er 1944 geschieden und nach Theresienstadt deportiert. Nach der Befreiung aus dem Ghetto emigrierte er nach Deutschland und kehrte aufgrund der politischen Lage nicht mehr nach Prag zurück. In Bayern kämpfte er um Entschädigung und fand nur mühsam beruflichen Anschluss, u. a. beim Bayerischen Rundfunk. Trotz einzelner Aufführungen blieb ihm zeitlebens breite Anerkennung versagt.

Mittwoch, 23. September 2026 um 19:30 Uhr

Wiener Konzerthaus
Lothringerstraße 20
1030 Wien

Tickets ab sofort hier erhältlich.

Interpret:innen:

Wiener Symphoniker
Mitra Kotte, Klavier
Katharina Wincor, Dirigentin

Programm:

Wilhelm Grosz
Spanish Rhapsody für Klavier und Orchester (world premiere)
Serenade op. 5
Tanz op. 7

Pause

Hans Winterberg
Symphonie Nr. 2