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NASOM „Echoes of Vienna“ I Exilarte in Kooperation mit Elisabeth Plank I USA Tournee 2024 I Hans Gál & Arnold Schönberg

© Julia Wesely

Die NASOM New Austrian Sound of Music 2023/24 – Künstlerin, Harfenistin Elisabeth Plank ,präsentiert im März und April 2024 in den USA die Musik aus ihrer Heimatstadt Wien, inklusiv Nachlässe aus dem Exilarte Zentrum der mdw. Das Programm entführt in beeindruckende und zugleich zarte Klanglandschaften, die durch Originalkompositionen und Arrangements von renommierten Komponist:innen wie Arnold Schönberg, Hans Gál und vielen anderen geprägt sind. 

Konzerte: 

19. März 2024 um 19:00 Uhr, Austrian Cultural Forum, Washington D.C.

23. März 2024 um 14:30 Uhr, University of North Texas / Voertman Hall,
Denton (TX)

24. März 2024 um 18:00 Uhr, American Harp Society Houston / Archway Gallery,
Houston (TX)

29.März 2024 um 20:30 Uhr, Jacobs School of Music, Bloomington (IN)

30. März 2024 um 19:00 Uhr, University of Northern Kentucky / Greaves Concert Hall, Highland Heights (KY) 

4. April 2024 um 16:30 Uhr, University of Illinois Urbana-Champaign / Smith Hall, Urbana (IL)

6. April 2024 um 13:00 Uhr, Lyon & Healy Hall, Chicago (IL) 

7. April 2024 um 16:00 Uhr, American Harp Society Philadelphia / Temple Lutheran Church (501 Brookline Blvd, Havertown, PA 19083), Philadelphia (PA)

9. April 2024 um 19:00 Uhr, Austrian Cultural Forum NYC, NYC 

Links:

https://www.musicaustria.at/the-new-austrian-sound-of-music-2023-2024/

Kammermusikfestival Wien: Walter Bricht I Exilarte in Kooperation mit dem aron Quartett I 30. August 2024

© Exilarte

Freitag, 30. August 2024, 19:30 Uhr
Ballsaal des Jugendstiltheaters, Otto Wagner Areal
Baumgartner Höhe 1,
A- 1140 Wien

Tickets: office@kammermusikfestival.wien

Das „Kammermusikfestival Wien“ des aron quartetts widmet sich seit 2008 insbesondere der Aufführung ausgesuchter Werke von unter dem Naziregime verfolgter Komponist:innen. Viele von ihnen mussten emigrieren, manche wurden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet. Beim Konzert erklingen die Werke von Walter Bricht, dessen Nachlas sich im Exilarte Zentrum befindet. 

Am Programm: 

Quintett in a-Moll für Klavier und Streicher (1952)
ausgewählte Lieder: Gebet (aus op.24), Elfe (aus op.28), Dämmerstunde (aus WoO.7), Elisabeth (aus op.24)
aus: 4 Klavierstücke für die linke Hand allein, Op. 30: Nr. 2 Lied ohne Worte

Interpret:innen:

aron quartett

Arabella Fenyves, Sopran

David  Hausknecht, Klavier

Begrüßungsworte: 

Dana Bricht, Gerold Gruber

„WILLKOMMEN UND ABSCHIED: ERICH WOLFGANG KORNGOLD und das SALZKAMMERGUT“ I 23. August 2024

©

Liederabend mit Lesung 

An diesem besonderen Abend werden Lieder von Erich Wolfgang Korngold präsentiert und von einer Lesung aus dem Buch „Dear Papa, how is you? Das Leben Erich Wolfgang Korngolds in Briefen“ der Autorin Lis Malina begleitet. Zithermusik und eindrucksvolle Fotoprojektionen ergänzen die Veranstaltung. Die Kombination aus Musik, Literatur und visueller Kunst bietet tiefere Einsicht in das Leben und Schaffen des Komponisten Erich Wolfgang Korngold, insbesondere in Bezug auf jene Zeit, die er im Salzkammergut verbracht hat.

Freitag, 23. August 2024, 19 Uhr
Klostersaal Traunkirchen
Klosterplatz 1,
4801 Traunkirchen

Eintritt frei!

Mitwirkende:

Josipa Bainac, Mezzosopran
Günter Haumer, Bariton
David Hausknecht, Klavier
Lis Malina und Gerold Gruber, Vortragende 

Programm: 

Lieder von Erich Wolfgang Korngold

„Nostalgie“ I Exilarte in Kooperation mit Amadeus Festival Vienna I Konzert & Gespräch I 29. Juni 2024 I Hans Gál

© Amadeus Festival Vienna 2024

Samstag, 29. Juni 2024, 17 Uhr
Festival Bühne
Bastiengasse 36-38
1180 Wien

Tickets: https://www.amadeusfestival.com/service-tickets-de

Interpret:innen:

Nadia Kalmykova, Violine

Liuba Kalmykova, Violine

Kasumi Yui, Klavier

Programm: 

M. Moszkovsky: Suite for 2 violins and piano op. 71 (20’)

H. Gál: Sonata for 2 violins and piano op. 96 (22’)

D. Shostakovich: 5 pieces for 2 violins and piano (10’)

P. De Sarasate: Navarra op. 33 (6′)

„Tanzpoeme“ I Exilarte in Kooperation mit Orchester Divertimento Viennese I Konzert & Vortrag I 23.Juni 2024

© Louise Zemlinsky, Alexander Zemlinsky Fonds

Gerold Gruber berichtet über die Komponisten Alexander Zemlinsky und Reynaldo Hahn.

Sonntag, 23. Juni 2024; 11:00 Uhr
Großer Saal,
Brucknerhaus 
Untere Donaulände 7
4010 Linz

Tickets hier.

Für Konzertbesucher*innen findet um 10:00 Uhr (bei freiem Eintritt) eine Konzerteinführung statt. 

Vortragende:

Gerold W. Gruber 
Marie-Theres Arnbom

Programm:

Paul Dukas (1865–1935) – La Péri. Poème dansé für Orchester (1909–10)

Reynaldo Hahn (1874–1947) – Konzert E-Dur für Klavier und Orchester (1930)

Alexander von Zemlinsky (1871–1942) – Ein Tanzpoem. Ballett in einem Akt (1901, 1904)

Interpret:innen

Shani Diluka, Klavier
Orchester Divertimento Viennese
Brass Band Oberösterreich, Bühnenmusik
Vinzenz Praxmarer, Dirigent

Über das Programm

Klangtrunkene Tanzpoeme aus dem Wien und Paris der Jahrhundertwendezeit stellen der Linzer Dirigent Vinzenz Praxmarer und sein Orchester Divertimento Viennese vor. Während Alexander von Zemlinskys Ein Tanzpoem, der revidierte II. Akt einer unvollendeten Vertonung des Ballettes Der Triumph der Zeit von Hugo von Hofmannsthal, seine Uraufführung erst 50 Jahre nach dem Tod des Komponisten erlebte, konnte Paul Dukas mit seinem von ihm selbst als Poème dansé bezeichneten Ballett La Péri bei dessen Premiere 1912 einen großen Erfolg feiern. Dazwischen erklingt, mit der weltweit gefragten Pianistin Shani Diluka als Solistin, ein echtes Juwel: das faszinierende Klavierkonzert von Reynaldo Hahn, dessen Mittelsatz mit „Danse“ überschrieben ist. 

Link zum Programm hier.

Konzertreihe „Echo des Unerhörten“ | 18. Juni 2024 I Arnold Schönberg und Wolfgang Fraenkel

CiompiQuartet

© The Ciompi Quartet

Arnold Schönberg und Wolfgang Fraenkel sind historisch miteinander verbunden: zwei progressive jüdische Komponisten, die mit dem Aufstieg der Nazis aus Europa flohen. Schönberg kam in die USA, während der jüngere Fraenkel acht Jahre in Shanghai verbrachte, wo er ein wichtiger Lehrer und eine kulturelle Kraft war. Dieses Konzert vergleicht diese beiden starken Persönlichkeiten anhand zweier ihrer Streichquartette. Fraenkels Quartett enthält eine Widmung an den viel bewunderten Schönberg.

Dienstag, 18. Juni 2024, 19 Uhr
Palais Ehrbar – Kleiner Ehrbar Saal
Mühlgasse 28
1040 Wien

Das Konzert ist ausgebucht!

Interpret:innen:

Ciompi Quartet

Eric Pritchard, Violine | Hsiao-mei Ku, Violine | Jonathan Bagg, Viola | Caroline Stinson, Violoncello

Programm: 

Arnold Schönberg: String Quartet No. 4 op. 37 

Wolfgang Fraenkel: Music for String Quartet (1949)  

Moderation: 

Ulrike Anton (Direktorin des Arnold Schönberg Center Wien) | Gerold Gruber (Gründer von exil.arte und Leiter des Exilarte Zentrum der mdw)

Akademischer Tag im Festival Verfemte Musik in Schwerin, Deutschland I 10.November 2023

Das 6. Internationale Musiksymposium im Rahmen des Festivals Verfemte Musik in Schwerin, Deutschland, wurde in diesem Jahr der Filmmusik gewidmet, unter dem Titel:

„Musik ist Musik. Ob sie für die Bühne, das Dirigentenpult oder fürs Kino ist.“

(Erich Wolfgang Korngold, 1946)

In den 1930er Jahren emigrierten zahlreichen Komponisten aus Europa an die Westküste der USA, wo sie in Hollywood ein neues Betätigungsfeld fanden: die Filmmusik. Unter jenen Komponisten, welche dieses Genre für die kommenden Jahrzehnte prägen sollten, sind u. a. Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman, Max Steiner, Hanns Eisler, Ernst Toch und Alexandre Tansman zu nennen. Obwohl viele der Komponisten in Hollywood sehr erfolgreich waren, fand ihre Filmmusik in Europa kaum Beachtung – oder sie wurde als kommerzielle Ware einer ›Kulturindustrie‹ herabgewürdigt.

Gerold Gruber hielt den Vortrag: 

Ernst Toch – der „meistvergessene“ Komponist des 20. Jahrhunderts

Der in Wien geborene Komponist Ernst Toch (1887-1964) war in den 20er Jahren ein wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialist:innen 1933 verließ er Berlin und versuchte in Paris und London seinen Lebensunterhalt zu verdienen, emigrierte aber schließlich über New York nach Hollywood, um als Filmkomponist zu überleben. George Gershwin lud ihn zu einem Filmprojekt ein, das jedoch nicht realisiert wurde. Für Paramount vertonte er 11 Filme und errang Oscar Nominierungen für „Ladies in Retirement“ (1941) und „Address Unknown“ (1944). Wie Korngold versuchte er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Europa Fuß zu fassen, was aus ähnlichen Gründen misslang. Zynisch meinte er, dass er der „meistvergessene“ Komponist des 20. Jahrhundert wäre.

Courage – Musik im Widerstand gegen den Nationalsozialismus I 03. Juni 2024

© The Herbert and Trudl Zipper Archives Collection , Colburn School (LA, USA)

Das Exilarte Zentrum bringt Verstummtes wieder zum Klingen und macht Vergessenes wieder sichtbar.

Während der dunklen Zeit des Nationalsozialismus mit Musik ein Zeichen des Widerstandes zu setzen war für viele jüdische Komponist:innen der einzige Weg anzuklagen, sich aufzulehnen oder in verzweifelten Situationen wieder Hoffnung zu finden. Viele von ihnen wurden verfolgt, ermordet oder ins Exil gezwungen. Aber ihre unter teilweise widrigsten Umständen entstandenen Werke legen heute noch Zeugnis von beispiellosem Mut ab und erinnern uns welche Kraft Musik ausstrahlt. Musik half um zu überleben und das unmittelbar Geschehene zu ertragen. Aber die erschaffenen Töne ermöglichten auch mit versteckten musikalischen Botschaften das Unrecht der Täter anzuprangern. Viktor Ullmann komponierte im Ghetto von Theresienstadt seinen Kaiser von Atlantis und hielt damit dem Terrorregime schonungslos den Spiegel vor, bevor man ihn in Auschwitz ermordete; Herbert Zipper schrieb geheim im KZ-Dachau ein Widerstandslied und Hans Gál stellte in seiner Huyton Suite den morgendlichen Weckruf im Internierungslager in Großbritannien als Flüchtling ironisch zur Schau. Einige der noch unentdeckten Werke dieses Programms befinden sich im Archiv des Exilarte Zentrum der mdw.

Montag, 03. Juni 2024 um 20 Uhr

Musikverein Wien

Gläserner Saal / Magna Auditorium
Musikvereinsplatz 1
Bösendorferstraße 12
A-1010 Wien

Eintritt: tickets@musikverein.at 

Interpret:innen:

Adrian Eröd, Bariton
Raimund Lissy, Violine
Clemens Flieder, Violine
Ulrike Anton, Flöte
Armin Egger, Gitarre
David Hausknecht, Klavier
Gerold Gruber, Vortrag

Programm: 

RICHARD FUCHS
Das Kaddisch

HERBERT ZIPPER
Dachaulied

HANS WINTERBERG
Theresienstadt Suite

RICHARD FUCHS
aus: Vom Jüdischen Schicksal 
Stimme der Vorzeit

VIKTOR ULLMANN
Der Kaiser von Atlantis – Auszüge

WILHELM GROSZ
A Song in Exile

HANS GÁL
Huyton Suite

WILHELM GROSZ
Great Times

“ Arnold Schönbergs 150. Jubiläum“ I Internationale Konferenz I 3. bis 5. November 2023 I Shenzhen, China

Vom 3. bis 5. November 2023 findet an der School of Music der Chinese University of Hongkong, Shenzhen eine internationale Konferenz anlässlich des 150. Geburtstages von Arnold Schönberg statt.

Gerold Gruber wird einen Vortrag mit dem Titel „Das Leben und Werk von Wolfgang Fraenkel und Julius Schloss – Komponisten im Exil in Shanghai“ halten.

Schönbergs Ideen und Musik hatten einen bedeutenden Einfluss auf zeitgenössische Musiker:innen, Komponist:innen, Philosoph:innen und Maler:innen. Er lehrte Komposition in Wien, Berlin und Los Angeles. Wolfgang Fraenkel und Julius Schloss sind zwei deutsche Komponisten, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft in Nazi-Konzentrationslagern deportiert wurden, jedoch schließlich in Shanghai landeten. Fraenkel war ein Anhänger von Schönberg in Berlin, und Schloss hatte die Gelegenheit, bei Alban Berg in Wien zu studieren, bevor er Europa verließ. Beide wurden in Shanghai Lehrer für Komposition und komponierten zwölftönige Stücke, in die chinesische Musik und Texte eingeflossen sind. Der Vortrag gewährt einen Einblick in ihr kompositorisches Schaffen.

Buchpräsentation „Music of Exile“

© Exilarte

Wir freuen uns die Buchpräsentation „Music of Exile – The Untold Story of Composers Who Fled Hitler“ (Yale University Press, 2023) des renommierten Exilforschers und Autors Dr. Benjamin Michael Haas bekanntgeben zu können. Sie findet am 27. September im Reform Club London statt.
 
Mittwoch, 27. September 2023, 18:00 Uhr
The Reform Club
104 Pall Mall
St. James’s
London SW1Y 5EW
Vereinigtes Königreich
  
Eintritt frei!

Vortrag:

Benjamin Michael Haas


Im Gespräch:

Benjamin Michael Haas und James Jolly

Über das Buch

Was passiert mit einem Komponisten, wenn Verfolgung und Exil bedeuten, dass seine wahre Musik kein Publikum mehr findet?
In den 1930er Jahren begannen Komponist:innen und Musiker:innen aus Hitler-Deutschland zu fliehen, um sich auf der ganzen Welt ein neues Leben aufzubauen. Der Prozess des Exils war komplex: Obwohl einige ihrer Werke gefeiert wurden, hatten diese Komponist:innen ihre vertraute Kultur verloren und waren gezwungen, sich mit Fremdenfeindlichkeit und einem völlig anderen kreativen Terrain auseinanderzusetzen. Andere, die weit weniger Glück hatten, befanden sich in einer Art innerem Exil – sie komponierten unter einer rücksichtslosen Diktatur oder in Konzentrationslagern und Ghettos.

Michael Haas zeichnet einfühlsam die Erfahrungen dieser musikalischen Diaspora auf. Hin- und hergerissen zwischen Kulturen und Traditionen schufen diese Komponist:innen Musik, die eine Synthese aus alten und neuen Welten bildete, von denen einige zum Kernbestand des heutigen Repertoires gehören, während andere in der Schublade verschwunden sind. Von den Musiker:innen, die als feindliche Ausländer in Großbritannien interniert waren, über die brillanten Hollywood-Kompositionen von Erich Wolfgang Korngold bis hin zur Brecht-inspirierten Theatermusik von Kurt Weill zeigt Haas, wie diese Musiker:innen die Klangwelt des 20. Jahrhunderts prägten – und bietet eine bewegende Dokumentation der unberechenbaren Auswirkungen des Krieges auf die Kultur.
  
Zum Autor:
Benjamin Michael Haas, PhD war viele Jahre Plattenproduzent und Aufnahmeleiter bei Decca und Sony, sowie 1994/5 Vizepräsident von Sony Classical in NY. Er ist mehrfacher Grammy-Gewinner und initiierte und leitete die Decca Aufnahmereihe „Entartete Musik“. Von 2002 bis 2010 arbeitete er im Jüdischen Museum Wien als Musik-Kurator. 2013 hat Yale University Press sein Buch „Forbidden Music – the Jewish Composers Banned by the Nazis“ veröffentlicht. 2000 bis 2015 war er Direktor des Jewish Music Institute der University of London und 2015/16 Research Associate am University College London, School of Jewish and Hebrew Studies. Seit 2016 ist er Senior Researcher am Exilarte Zentrum der mdw, das er mitbegründet hat.