Kategorie: News

Vertrieben, verfolgt, verboten – Europäische Musik und die Folgen des Nationalsozialismus

The Association of Jewish Regufees | Sarah Lawrence College Archives

© The Association of Jewish Regufees | Sarah Lawrence College Archives

Ein Seminar des Exilarte Zentrum an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, als Angebot für alle Studienrichtungen als Wahlfach

Vortragende: a.o. Univ.-Prof. DDr. h.c. Gerold Gruber, Dr. Ulrike Anton, Dr. Michael Haas

ZIELE

  • die Pluralität der Musik zeigen, die durch die Machtergreifung der NSDAP verhindert und zerstört wurde
  • die Interaktion zwischen Kultur und Politik beschreiben
  • das durch die Nationalsozialisten verlorengegangene Repertoire wiederentdecken
  • Auseinandersetzung mit KZ – Emigration – Exil – Nachkriegszeit

ERGEBNISSE

  • Studierenden soll ein umfassendes Wissen über die Vielschichtigkeit des Musikschaffens vermittelt werden 
  • Beschäftigung mit zum Großteil vergessenen KomponistInnen und deren Werken
  • Analyse der musikalischen Strömungen und verschiedener Stilrichtungen 
  • Auswirkungen von Politik, Religion und sozialem Umfeld auf das Kulturschaffen
  • Studierende sollen neues Repertoire für sich entdecken

AUSSICHT

  • Kennenlernen von unbekanntem Repertoire
  • Bewusstwerden der kulturellen Verantwortung
  • Einfluss der Migration auf die Exilländer
  • Auseinandersetzung aus heutiger Sicht
  • Wissenschaftliche und künstlerische Interpretation im Einklang
  • Analyse der verschiedenen Stilrichtungen
  • Anpassung an die jeweilige Studienrichtung

Anmeldung online!

Exilarte Hörtipp: Hans Winterberg – Auf der Suche nach einem vergessenen Komponisten, 11. Oktober 2019

Gerold Gruber, Ulrike Anton und Michael Haas sind zu Gast bei Andreas Pehl vom Bayerischen Rundfunk und sprechen über den außergewöhnlichen Lebensweg und die Werke des von den Nationalsozialisten verfolgten Komponisten Hans Winterberg.

Bayerischer Rundfunk Klassik am Freitag, 11. Oktober 2019,  19:05 – 20 Uhr
Eine Wiederholung der Sendung findet am Samstag, 12. Oktober um 14:05 Uhr statt.

Die Sendung ist über den Live-Stream des Bayerischen Rundfunks zu hören und steht auch über die Mediathek bzw. das Podcast Service des BR zur Verfügung.

ORF Lange Nacht der Museen | 05. Oktober 2019

Am Samstag, dem 5. Oktober 2019, fand die diesjährige „ORF Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich zum 20. Mal statt.
Das exil.arte Zentrum der mdw freute sich heuer das erste Mal dabei gewesen zu sein und neben besonderen Programmpunkten gab es auch Führungen durch die laufende Ausstellung.

SONDERVERANSTALTUNGEN im Rahmen der ORF Lange Nacht der Museen

1) Konzert: Echo des Unerhörten (Beginn: 18:30 Uhr)

Programm:
Hans Gál (1890 – 1987)
– Concertino für Flöte und Streichquartett, op. 82
Julius Bürger (1897 – 1995) – Streichquartett Nr. 2
Hans Winterberg (1901 – 1991) – Streichquartett 1957/1970

Das WISE –   Wien International Soloists Ensemble bringt vergessene Werke dieser Komponisten zum Klingen.

Andrea Nikolić, Violine
Jonathan Cano, Violine
Marta Potulska, Viola
Anzél Gerber, Violoncello

Ulrike Anton, Flöte

2) Schauspielerlesung „Briefe von Erwin Piscator“ (Beginn: 20:30 Uhr)

Gelesen und interpretiert von Tamara Stern und Hubert Wolf
Textauswahl: Susanne Abbrederis

Tamara Stern
Tamara Stern wurde in Berlin geboren. Sie erhielt ihre Schauspielausbildung in Tel Aviv, war im Ensemble des Gesher Theaters und wurde 2000 mit dem Israelischen Theaterpreis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Danach spielte sie an verschiedenen österreichischen und deutschen Theatern, u.a. in der Drachengasse Wien, in Innsbruck und Bozen. Am Vorarlberger Landestheater spielte sie zuletzt „Die Sisters of Swing“, „Die acht Frauen“ und „Ich Zarah“. Ihre Paraderolle „Lola Blau“ von Georg Kreisler spielte sie 7 Spielzeiten vor ausverkauftem Haus. Seit 2016 koproduziert sie mit dem Off-Theater Wien: „Lola Blau“, „Ich Zarah“ und zuletzt die dritte Produktion „Kein Groschen. BRECHT!“.

Hubert Wolf
Nach seiner Schauspielausbildung übernahm Hubert Wolf ab 1989 zahlreiche Haupt-und Nebenrollen in Theater-und Fernsehproduktionen, u.a. in “Hochschwab“ am Schauspielhaus Wien, „Go West“ im Metropol, im Fernsehen u.a. in  „Trautmann“, „Kommissar Rex“, „Schnell ermittelt“ und viele weitere.In den vergangenen Jahren in der „Komtesse Mizzi“ und „Der Schwierige“ auf der Tillysburg, zuletzt Jacobus in „Da Jesus und seine Hawara“ und Fürst Plata-Ettin in Olympia“ von Franz Molnar Festspiele Schloss Tillysburg 2019.

3) Konzert: Von der Lower East zur Upper West Side (Beginn: 22:30 Uhr)

Musik der Jiddischen Bühnen und Wiener Cafés im New York der 1930er und 40er Jahre. Esther Wratschko und ihr Ensemble (Lili Weinhandl & Andrew Gorman) interpretieren Lieder von Leopoldi, Berg u.a.

Programm:

Alexander Olshanetsky: Ikh hob dikh tsufil lib
Abraham Ellstein: Abi gezunt
Shalom Secunda: Bay mir bistu sheyn
Jimmy Berg: Man stellt sich um!
Hermann Leopoldi: Ja da wär´s halt gut, wenn man Englisch könnt
Jimmy Berg: Small Café near Central Park West

Symposium „Jüdische Musik in Süddeutschland“ in München

Das von Tina Frühauf initiierte internationale Symposium „Jüdische Musik in Süddeutschland“ fand am 11. und 12. Juli 2019 an der Hochschule für Musik und Theater in München statt. Es wurde ein breites Spektrum der bis 1933 in Süddeutschland vorherrschenden kompositorischen Kreativität präsentiert. Das Symposium beinhaltete sowohl Beiträge zu weltlichen als auch liturgischen Werken. Das exil.arte Zentrum wurde von DDr. Prof. Gerold Gruber und Dr. Ulrike Anton, die ihre Vorträge über Person und Werk von Hans Winterberg präsentierten sowie von Dr. Michael Haas, der über den Kulturbund und den neuseeländischen Exilkomponisten Robert Fuchs sprach, vertreten. Dokumente über Hans Winterberg und auch der Nachlass von Robert Fuchs befinden sich im Archiv des exil.arte Zentrum.

Forbidden Music – “Jewish Destiny” and the defiance of Richard Fuchs

Senior Researcher Michael Haas hat auf seinem Blog „Forbidden Music“ einen neuen Beitrag über Richard Fuchs mit dem Titel „Jewish Destiny“ and the defiance of Richard Fuchs veröffentlicht.
Lesen Sie den Artikel hier.

Fuchs studierte Architektur und Musik in Karlsruhe. Er arbeitete nach dem Ersten Weltkrieg als promovierter Architekt, viele seiner Bauten wurden mit Preisen ausgezeichnet. 1935 erhielt er ein Berufsverbot und die Synagogen, die er baute, wurden während der Reichspogromnacht niedergebrannt. Erst im Jüdischen Kulturbund machte er sich als Komponisten einen Namen. Er flüchtete aus Deutschland über England nach Neuseeland. Sein Hauptinteresse war die Umsetzung einer Synthese zwischen jüdischer und deutscher Musik.